Q&A zum Wochenbett - mit Hebamme Janis

 

Ihr durftet uns all eure Fragen rund um das Wochenbett stellen. Im heutigen Gastbeitrag beantwortet die liebe Hebamme Janis eure meistgestelltesten Fragen zu diesem Thema:

 

Was bedeutet Wochenbett?

Wochenbett, das ist die erste Zeit  nach der Geburt.
Zeit für Eltern und Kind in eine ruhigen Atmosphäre eine feste Bindung aufzubauen.

 

Wie lange dauert das Wochenbett?

Das Früh-Wochenbett dauert 10 Tage. Idealerweise empfehle ich Familien sich 6 - 8 Wochen nach der Geburt Zeit zu nehmen.
Als Faustregel könnte man sagen: eine Woche im Bett , eine Woche am Bett und eine Woche ums Bett.

 

Wofür ist das Wochenbett gut?

Die Wochenbettzeit ist eine total wichtige Zeit. Du und dein Partner habt Gelegenheit euer Kind kennenzulernen. Es anzusehen, zu streicheln , es nackt zu betrachten und ganz viel zu kuscheln.

Ihr habt die Möglichkeit euch aneinander zu gewöhnen, denn eine neue Person im Haushalt bedeutet eine Veränderung. Für euch als Paar und auch für die Geschwister. Häufig muss man sich erstmal zurecht ruckeln.

Durch hormonelle Veränderungen bist du besonders empfindsam. Du bist ganz offen für dein Baby, aber dadurch auch verletzlich. Das Wochenbett stellt also ganz klar eine seelische Herausforderung dar.

Dein Körper muss sich von der Geburt erholen und wieder regenerieren.

Du hast den sogenannten Wochenfluss. Eine Blutung, die bis 8 Wochen nach der Geburt anhalten kann. Die Wundfläche an der dein Mutterkuchen gesessen hat, muss wieder verheilen. Eventuelle Geburtsverletzungen brauchen ebenfalls Ruhe und Schonung.

Häufig dauert es auch etwas, bis das Stillen so richtig gut klappt. Manchmal gibt es am Anfang Komplikationen , wunde Brustwarzen oder gar einen Milchstau. Manche Frauen stellen fest, dass sie eigentlich lieber das Fläschchen geben möchten. Dieser Prozess benötigt auch seinen Raum.

Was mache ich im Wochenbett?

Ganz klar: Essen, Trinken, Schlafen, Füttern, Kuscheln, Genießen. Sonst nichts :-)
Das wäre optimal.

Natürlich weiß ich, dass es nicht immer realistisch ist. Vor allem wenn schon Kinder im Haus leben. Dennoch ist es wichtig ein paar Tage im Bett zu verbringen, um sich zu erholen. Bedenke, dass du in der ersten Zeit vermutlich alle 2 - 3 Stunden nachts wach bist und dein Baby versorgst. Ohne Mittagsschlaf halten es die Wenigsten längere Zeit aus. Rückbildungsprozesse verlaufen viel besser, wenn du dich ordentlich ausruhen kannst.

Ein Spaziergang nach ein paar Tagen ist total in Ordnung. Allerdings würde ich mit einer ganz kleinen Runde starten.

 

Baby Blues?

Hormone, wenig Schlaf und Stress führen zu großer Erschöpfung. Die Glückshormone, die nach der Geburt ausgeschüttet werden, verschwinden langsam. Wenn es in den ersten Tagen zu viel war, kann es passieren, dass du nach circa einer Woche total erschöpft bist und viel weinst.

Um dem vorzubeugen, nimm ruhig mal alle Hilfe an die du bekommen kannst. Bleib im Bett, lass dich bekochen, deine Freundin dein großes Kind versorgen und teile den Besuch so ein, dass er dir nicht zu viel wird. Besprecht die Planung am besten bereits in der Schwangerschaft. Dein Partner könnte das beispielsweise koordinieren.

 

Eine Hebamme fürs Wochenbett:

Es ist sinnvoll sich so früh wie möglich in der Schwangerschaft um eine Hebammenbetreuung zu bemühen. Ich persönlich bin immer sehr schnell ausgebucht und die Frauen melden sich bei mir direkt nach dem positiven Schwangerschaftstest an.

Du hast die Möglichkeit deine Hebamme in der Schwangerschaft kennenzulernen.

Nach der Geburt  schaut sie nach dir und dem Baby, überwacht den regelrechten Wochenbettverlauf und hilft dir bei Problemen. Das Tätigkeitsfeld einer Hebamme im Wochenbett ist riesig. Die körperliche Rückbildung ist das eine, die emotionale Unterstützung der Familie und die Hilfestellung bei Überforderung und Baby Blues ein weiteres Spektrum.

Die Hebammenbetreuung wird von deiner Krankenkasse bezahlt.

 

Wie kann ich mich vorbereiten?

Erstelle einen Plan mit deinem Partner und deinem Umfeld. Besprecht im Vorfeld was alles vorbereitet werden kann.

Checkliste:

  • Groß-Einkauf vor der Geburt
  • Vorkochen und Einfrieren / Wer kommt wann zu Besuch und bringt uns Essen mit? Wünscht euch einen Nudelauflauf und einen knackigen Salat als Geburtsgeschenk.
  • Wer putzt? Haushaltshilfe? Erkundigt euch zwecks Kostenübernahme bei der Krankenkasse.
  • Wann nimmt dein Partner Urlaub/Elternzeit?
  • Können Oma und Opa helfen?
  • Betreuung und Bespaßung der älteren Geschwister sind super wichtig für ein chilliges Wochenbett.
  • Bereitet alle erforderlichen Unterlagen für Behörden etc. bereits in der Schwangerschaft vor (lest dazu gerne meine Beiträge auf meinem Instagramaccount)

  

Was brauche ich für mich?

  • Große Binden aus Watte ohne Plastik für die Blutung. Es blutet in den ersten Tagen nach der Geburt mehr als Regelstark. Manchmal sind Koagel (geronnenes Blut) dabei. Erschrick nicht. Ist normal.
  • Zum Kühlen der Brust beim Milcheinschuss oder zum Kühlen eventueller Geburtsverletzungen empfehle ich Retterspitz (Apotheke).
    Die Flüssigkeit aus der Flasche gießt du über Binden oder Stilleinlagen oder Wattepads und bewahrst sie im Kühlschrank in einer Box auf. Bei Bedarf regelmäßig ein getränktes Teil entnehmen und die bedürftigen Stellen kühlen.
  • Stilleinlagen
  • Stilltee
  • Pflege für die Brustwarzen
  • Still-BH
  • Bequeme Kleidung, die sich zum Stillen eignet
  • Ein Stillkissen oder Ähnliches
  • Liebe, Ruhe, Wärme, & frische Luft

 

Was kann ich bei Schmerzen tun?

Kontaktiere deine Hebamme! Sie muss sich das angucken.

Geburtsverletzungen am Damm, der Scheide und den Schamlippen können beim Wasserlassen brennen. Spüle während des Pullerns mit warmem Wasser, dann ist es angenehmer. Du kannst dich auch direkt dafür in die Dusche stellen. Danach trockentupfen und ggf. föhnen.
Lüften – mal unten ohne sein.
Lieber liegen und mal stehen/gehen als darauf zu sitzen.
Sitzen nur auf der Oberschenkelaußenseite mit untergeschlagenen Beinen. Die Poritze darf keinen Druck haben.

Nimm evtl. täglich Magnesium ein. Das hilft der Brust beim Milcheinschuss und dem großen Toilettengang.

Fürs große Geschäft hilft es dem Kopf, wenn du mit einer Binde den Damm zuhältst. So kannst du hinten eher locker lassen, weil du die Wunde schützt.

Kaiserschnittnarben sind geschützter, wenn du eine dicke Binde quer darüber legst und mit dem Schlüpfer festklemmst. Dann drückt es weniger. Frag deine Hebamme, ob sie die Narbe tapen kann.

Manche Frauen mögen einen Bauchgurt. Er gibt mehr halt für die gedehnten Bauchmuskeln.

 

Rückbildungsgymnastik?

Einen Rückbildungskurs kannst du 6 - 8 Wochen (nach  Kaiserschnitt 8 - 10 Wochen) nach der Geburt beginnen. Die Kosten trägt die gesetzliche Krankenkasse. Hier werden Übungen für den Beckenboden den Bauch und die Haltung gezeigt. Ein solcher Kurs ist sehr wichtig, um Inkontinenz vorzubeugen. Außerdem ist es schön, auch mal wieder was für sich zu machen und in seinen Körper zurück zu finden. Und: du lernst nette Frauen zum Austauschen und Quatschen kennen.

 

Ich wünsche ein fantastische und unvergesslich schönes Kuschelwochenbett.

Deine Hebamme Janis Schedlich

Zurück

Essenziell

Essenzielle Cookies sind für den Betrieb der Webseite unbedingt erforderlich und können daher nicht deaktiviert werden.

Cookie-Informationen

Statistiken

Statistik-Cookies erlauben das Erfassen anonymer Informationen darüber, wie Sie unsere Webseite nutzen. Sie helfen uns dabei, Ihr Nutzererlebnis und unsere Inhalte zu verbessern.

Cookie-Informationen